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Kurzinformation über Katzen

Es gibt praktisch für jede(n) Tierfreund(in) die Katze, die ihr/ihm gefällt. Wer spürt da nicht den Wunsch, solch ein Wesen auch in seiner Gesellschaft zu haben?

Der Ruf der Katze, ein ruhiger, anspruchsloser Hausgenosse zu sein, verleitet oft spontan zur Aufnahme einer Katze für eine Lebensgemeinschaft; oft in Unkenntnis dessen, dass jede Katze besondere charakteristische Eigenschaften besitzt.

Erst wenn man diese Eigenschaften kennt und berücksichtigt, können sich die Katzen voll in ihrer Eigenständigkeit entwickeln. Eine Katze - wie auch jedes andere Tier - darf nicht zum "Modeartikel" werden. Wer sich zur Aufnahme einer Katze entschliesst, sollte nicht einer augenblicklichen Laune nachgeben, sondern er muss wissen, dass man sie unbedingt in sein Leben einbeziehen muss. Man sollte sich ernsthaft fragen, ob man bereit ist, über Jahre hinweg - in guten und schlechten Zeiten - für das Tier zu sorgen. Gut gehaltene Katzen können heute älter als 15 Jahre alt werden.

Katzen sind auch für Kinder geeignet. weil sie normalerweise Kontakt zum Menschen suchen. Andererseits drücken sie auch unmissverständlich aus, wenn sie ihre Ruhe haben möchten. Kinder lernen dadurch bestens, ein anderes Lebewesen zu respektieren und auch gewisse Regeln zwischen Mensch und Tier einzuhalten.

Wichtig: Eine Katze darf nicht Spielzeug werden. 

Nachfolgend haben wir einige nützliche Hinweise zusammengestellt. Sie können alles vom Anfang bis zum Ende lesen oder sich aus dem Inhaltsverzeichnis das auswählen, was Sie besonders interessiert.

 

Allgemeines Krankheiten
- Katzen - was ist zu überlegen?                - Durchfall
- Ferienzeit
- Verstopfung
- Ernährung
- Erbrechen
- Katzentoilette
- Andere ernsthafte Anzeichen
- Katzenspielzeug und Spiele
- Medikamente
- Kletterbäume
 
- Ruhe- und Schlafplätze
Parasiten der Katze
- Verhaltensprobleme
- Flöhe
 - Zecken
Katzenpflege
- Ohrmilben
- Fellpflege
- Wurmarten
- Krallenpflege 
 
- Kastration
Literaturhinweis
- Schutzimpfungen
- Link

 

Katzen - was ist zu überlegen

Bevor man eine Katze aufnimmt, soll man sich überlegen, ob man sie als frei herumlaufende oder ständige Wohnungskatze halten möchte. Katzen sind naturgemäss äusserst freiheitsliebend. Wenn Sie aber als Wohnungskatze geboren werden oder von ganz jung an immer in geschlossenen Räumen leben, kann sich der Freiheitsdrang legen. Sie schliessen sich dann eng ihren Menschen und/oder anderen Tieren an, die mit in ihrer Gemeinschaft leben. Berufstätige Personen sollten mehr als eine Katze haben. Bei einem regelmässig allein gelassenen Büsi könnte es zu Verhaltensstörungen kommen.

Wichtig: Habe ich für die Katze(n) immer die nötige Zeit? top

Ferienzeit

Wer sein Tier nicht mit in die Ferien nehmen kann, sollte sich frühzeitig überlegen, wer es in seiner Abwesenheit betreut. Ideal ist es, wenn man zuverlässige Freunde hat, die das Tier in der vertrauten Umgebung pflegen, mit ihm spielen und sich ihm auch zuwenden (streicheln!). Nicht umsonst hat sich der Begriff "Schmusekatze" entwickelt. Haben Sie aber niemanden, nehmen wir Ihre regelmässig geimpfte Katze gerne während Ihrer Abwesenheit zu uns in Pension. Allerdings ist für Schulferien eine rechtzeitige Anmeldung 4 Wochen vorher ratsam! top

Ernährung

Es soll nie vom Tisch gefüttert werden; gewürzte Menus können u.a. Stoffwechselstörungen hervorrufen. 

Nahrung aus dem Kühlschrank muss mindestens 2 bis 3 Stunden vorher herausgenommen werden. Das Futter sollte immer Zimmertemperatur haben!

Jungkatzen keine Kuhmillch geben!

Das heute hergestellte Dosenfutter ist für die Katze eine gute und mit allen lebensnotwendigen Bestandteilen zusammengesetzte, angemessene Ernährung.

Katzen sind weder Restenverwerter noche reine Fleischfresser. Das Futter sollte daher beim Frischfüttern zu 2/3 aus Fleisch und zu 1/3 aus Beikost (Reis, Teigwaren, Getreideflocken, Getreide gekocht, roh geraspelte Möhren, Blumenkohl, Spinat usw.) bestehen. Vitaminflocken oder Ähnliches kann man kaufen und unter das Futter mischen.

Die erwachsene Hauskatze bekommt zwei Hauptmahlzeiten; morgens und abends ist ein bewährter Rhythmus. Frisches Wasser sollte immer bereit stehen. 

Zur Belohnung darf zwischendurch auch mal Trockenfutter gegeben werden. 

Junge Katzen muss man, je nach Alter, mehrmals am Tag füttern. 

Für Wohnungskatzen empfiehlt es sich, entweder "Katzengras" zu kaufen oder es selbst anzusäen. Gras hilft den Katzen, unverdauliche Haare hervorzuwürgen. top

Katzentoilette

Wichtig! Das Katzen-WC muss der Katze sofort gezeigt werden (Stubenreinheit). Man lässt am besten mit der Vorderpfote ein wenig darin scharren.

Katzentoiletten nicht in der Nähe von Fress- und Schlafplätzen aufstellen. Für Wohnungskatzen an verschiedenen, ruhigen Orten mindestens zwei Toiletten zur Verfügung stellen. Ideal sind Plastikwannen mit einer Aufliegefläche von 30 x 40 cm und einem Rand, der 23 cm hoch  ist. Alles rund um die Katzentoilette (Kistli, Streumaterial, Handschaufel) ist in den Haushalts- bzw. Zooabteilungen der Warenhäuser oder im Fachhandel erhältlich.

Kot und feuchtes Streumaterial müssen täglich entfernt werden. Die Katzentoiletten müssen bei Bedarf ausgewaschen und, wenn nötig, desinfiziert werden. top

Katzenspielzeug und Spiele

Das Spielbedürfnis ist nicht zu unterschätzen, auch nicht bei älteren Tieren. Beliebt sind Gummitiere und rollende Bälle. Alles, was eine spielfreudige Katze stupsen, packen, rollen und fangen kann, wird zum Spielzeug: Papierknäuel, Pelztierchen, Schnüre usw.. Alles, womit sie sich nicht verletzen und was sie nicht verschlucken kann, ist geeignet. Auch Versteck-, Fang- und Verfolgungsspiele sorgen vor allem bei Wohnungskatzen für Kurzweil. top

Kletterbäume

Klettern und Krallenschärfen sind normale Verhaltensweisen der Katzen. Man sollte daher einer Wohnungskatze einen Kletterbaum zur Verfügung stellen. So lassen sich auch Kratzspuren an Möbeln, Teppichen, Vorhängen, Tapeten weitgehend vermeiden. top

Ruhe- und Schlafplätze

Ein bequemes eigenes Lager, ohne Zugluft soll es sein! Dazu eignen sich Körbe, Pappkartons, Holzkisten, wärmende Kissen und Decken. Am besten verteilt man an verschiedenen Orten Kissen für Liegeplätze. Auch sorgt man für verborgenene Schlupfwinkel. Beliebt ist z.B. das Ruhen auf einem Stuhl, schön verborgen hinter dem Tischtuch.... top

Verhaltensprobleme

Unsauberkeit ist das Verhaltensproblem Nr. 1. Die Ursachen sind unterschiedlich. Vielleicht will das Tier sein Unwohlsein, seine Unzufriedenheit mit einer bestimmtenn Situation ausdrücken? Manchmal sind es organische Probleme oder ungünstige Katzentoiletten-Verhältnisse. Auch Langeweile, besonderer Stress oder Konfliktsituationen können die Ursache sein.

Langeweile kann bei Katzen nicht nur zu Unsauberkeitsproblemen, sondern auch zu sogenannter Spiel-Agression führen. Tiere, die unterbeschäftigt sind, behandeln z.B. Füsse und Beine als Beuteobjekte.

Auch Stresssituationen, wie beispielsweise der Aufenthalt beim Tierarzt, können Agressionen provozieren. top 

Fellpflege

Erfahrene Katzenfreunde halten Baden für überflüssig. Die Sauberkeit der Katze ist sprichwörtlich.

Langhaarkatzen soll man täglich bürsten und kämmen (Borstenbürste und Kamm). Im Frühling und Herbst ist der Haarausfall erhöht, und deswegen wird das Bürsten noch gründlicher erforderlich. top

Krallenpflege

Diese erledigt sich von selbst, wenn die Katze eine geeignete Möglichkeit zum Kratzen hat. Ideal ist ein Kletterbaum mit Teppichresten oder mit Seilen umwickelt, aber auch ein Kratzbrett. top

Kastration

Um unerwünschten Nachwuchs auszuschliessen, ist die Kastration von Katern und Katzen unerlässlich. Wir empfehlen die Kastration von Kätzinnen mit freiem Auslauf im Alter ab 6 Monaten, Kater ab 8 Monaten.

Die Katze bleibt trotz Kastration eine gute Mäusefängerin. top

Schutzimpfungen

Eine Katze kann gegen folgende virale Infektionskrankheiten geimpft werden:

- Katzenseuche
- Katzenschnupfen
- Feline Leukosevirusinfektion = FeLV (oft mit FIV, dem Katzenaids, verwechselt)
- Feline infektiöse Peritonitis = FIP (infektiöse Bauchfellentzündung)

Es dürfen nur gesunde und möglichst entwurmte Tiere geimpft werden. top

Durchfall

Leichter Durchfall, der sich über höchstens 2 Tage hinzieht, beruht wahrscheinlich auf einer vorübergehenden Störung. Gekochte Leber kann stopfend wirken. Versuchen Sie es mit gekochtem Reis, gekochtem Poulet und schwachem Schwarztee. Auch Hüttenkäse ist wirksam. Man kann auch Kohletabletten unter das Futter mischen (richtig dosieren, Beipackzettel beachten!)

Bei schwerem Durchfall bitte den Tierarzt aufsuchen. top

Verstopfung

Hier kann meistens mit einem Teelöffel Pflanzenöl, mit Milch oder roher Rindsleber geholfen werden. top

Erbrechen

Erbricht die Katze unverdautes Futter, hat sie vermutlich zu hastig gefressen. Oft erbricht sie Haarknäuel. Bei Stubenkatzen sollte darum immer Katzengras vorhanden sein, zur Erleichterung des Erbrechens. top

Andere ernsthafte Anzeichen

Bei folgenden Anzeichen sollte man sofort den Tierarzt aufsuchen:

- auffallende Teilnahmslosigkeit
- tränende Augen (Katzenschnupfen)
- Niesen
- Husten
- Schluckbeschwerden
- wiederholter Durchfall
- anhaltende Verstopfung
- längere Verweigerung der Nahrung
- ständiges Erbrechen  

Letzteres kann die Folge verschluckter Fremdgegenstände sein (kein Nähzeug herumliegen lassen wie z.B. eingefädelte Nähnadeln usw.) top

Medikamente

Katzen können von verschiedenartigen Krankheiten befallen sein. Medikamente, die für den Menschen oder andere Tiere bestimmt sind, dürfen ihr nicht gegeben werden, da sie für die Katze gefährlich sein können. top

Flöhe

Abgesehen davon, dass Flöhe Überträger von Bandwürmern sein können, wird das Tier durch starken Juckreiz, hervorgerufen durch die Bisse, sehr gestört. Zudem kann es durch kratzen zu Hautverletzungen oder durch den Flohspeichel zu allergischen Reaktionen kommen. Sehr starker Flohbefall kann ein Tier schwächen und eine Blutarmut verursachen.

Es stehen eine ganze Reihe verschiedener Produkte - mit unterschiedlichster Wirkungsdauer und Verträglichkeit - zur Verfügung wie z.B. Flohhalsbänder, Puder, Shampoos, Sprays, Tabletten (Spoton-Verfahren) für das Tier, sowie Umgebungsspray und Umgebungsfogger. top

Zecken

Sie sind Blutsauger und lassen sich auf ihre Opfer fallen, bohren sich in die Haut und saugen sich dort fest. Sie lassen sich mit einer leichten Drehung und einem kleinen Ruck entfernen. Auf gar keinen Fall Öl oder Nagellack auf die Zecke geben. 

Zeckenrückstände können Entzündungen verursachen. top

Ohrmilben

Im Gegensatz zu den Körpermilben bohren sie sich nicht in die Haut ein, sondern leben und ernähren sich an der Oberfläche der zarten Innenhaut der Ohren, wobei sie Entzündungen und Juckreiz verursachen.

Frei herumstreifende Katzen sind diesen Parasiten stärker ausgesetzt als Hauskatzen. 

Anhaltendes Kopfschütteln und Kratzen an den Ohren deutet an, dass die Katze von Ohrmilben geplagt wird. top

Wurmarten

Spulwürmer sind wohl die häufigsten Darmschmarotzer. Es gibt Katzen, die jahrelang mit Spulwürmern leben und kaum Anzeichen von Beschwerden zeigen. Haken-, Lungen-, Peitschen- und Haarwürmer sind relativ selten. Hier kann der Tierarzt beim Kotuntersuch feststellen, ob solche vorhanden sind. 

Bandwürmer scheiden einzelne Glieder aus, die manchmal am After hängen bleiben. Diese Bandwurmglieder sind weisslich, verschieden lang und sehen Reiskörnern ähnlich. 

Jungkatzen sowie freilaufende Katzen sollten regelmässig entwurmt werden. top

 

Literatur-Hinweis

Wir empfehlen Ihnen das nachfolgend genannte und ausgezeichnete Büchlein, das kompetent und in liebevoller Weise die ganze Katzenthematiik behandelt:

Die Hauskatze
Lebensweise und Ansprüche
von Rosemarie Schär

(Ulmer-Taschenbuch, Juli 2009)
ISBN-10: 3-8001-5867-1 top

 

 

 

 

 

 

 

 
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